© ferkelraggae - Fotolia.com

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Social-Media-Plattformen wie Mark Zuckerbergs Facebook stehen schon seit Wochen und Monaten in der Kritik von Datenschützern. Nun droht ihnen der deutsche Innenminister Friedrich mit einem Gesetz.

Eine aktuelle Studie der australischen Universität British Columbia in Vancouver zeigt, wie leicht sich Nutzerdaten von Facebook erbeuten lassen: Sie ließen Programme auf die Plattform los, die sich als reale Personen ausgaben. Von rund 5.000 angeschriebenen Benutzern reagierten knapp 1.000 auf die Freundes-Anfragen und gaben damit Informationen von mehr als einer Millionen Facebook-Profilen preis – diese Daten wurden nicht etwa an Unternehmen zu Werbezwecken verkauft, sondern nach Ablauf der achtwöchigen Studie gelöscht. Facebook reagierte mit Skepsis und zweifelt die Methoden der Studie an.

Das sind jedoch keineswegs die ersten Sicherheitsprobleme Facebooks: Experten weisen schon seit Monaten auf Datenschutz-Lücken hin. Etwa können sich hinter harmlos wirkenden Spielen oder Umfragen genau solche Programme wie die der australischen Universität verbergen, die dann Nutzerprofile und Chats einsehen können. Auch aus Deutschland kommen neue Erkenntnisse: Der Hamburger Datenrechtler Johannes Caspar deckte auf, dass Facebook sogenannte Cookies benutzt, kleine Dateien, die von der Webseite auf der lokalen Festplatte der jeweiligen Benutzer gespeichert werden. Damit lassen sich Tracking-Profile der Benutzer erstellen, die deren Surfverhalten wiederspiegeln. Facebook erklärt den Einsatz der Cookies durch verbesserte Sicherheit, Jugendschutz und mehr Surf-Komfort.

Der Bundesinnenminister Friedrich von der CSU reagiert nun auch endlich: Statt einer gesetzlichen Regelung möchte er aber lieber eine Selbstverpflichtung der Social-Media-Betreiber. Diese sollen nun einen Kodex für ihre Online-Netzwerke erarbeiten, der Aspekte des Daten-, Jugend- und Verbraucherschutzes beachten soll. Im März 2012 soll dieser Kodex vorliegen. Sollte er nicht ausreichen, droht Friedrich dennoch mit einem Gesetz zur Sicherheit auf Social-Media-Plattformen. Derweil sollten Benutzer von Facebook und Konsorten genau darauf achten, welchen Programmen sie auf der Plattform Zugriff zu ihrem Profil gewähren, was für Informationen sie überhaupt über sich preisgeben und wen sie als Freund akzeptieren.