Der Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert kritisert an Facebook, dass es Profile von Nutzern erstellt, die den Button “Gefällt mir” anklicken, ohne dass diese darüber informiert werden. Laut Weichert widerspricht das dem europäischen Datenschutzrecht. Anfang des Monats hatte der Datenschützer deswegen ein Mahnschreiben an ausgewählte öffentliche Einrichtungen und Unternehmen in Schleswig-Holstein verschickt. Adressaten waren Behörden und Firmen, die entweder den “Gefällt mir”-Button auf ihren Seiten haben oder Fanpages auf Facebook betreiben. Sie sollten die aus Sicht von Weichert unrechtmäßigen Elemente unter Androhung eines Bußgeldes löschen. Facebook und der Datenschutz, Foto: birgerking_flickr
Nun sagte Weichert aus, dass das Social-Network- Unternehmen die UÌ?bermittlung von Nutzerdaten aus dem Bundesland in die Konzernzentrale in den USA stoppen will. Dieses Entgegenkommen seitens von Facebook sei das Ergebnis eines Treffens mit dem Europa-RepraÌ?sentanten des Internetportals, Richard Allan, in Kiel gewesen.
Facebook dementierte jedoch diese Darstellung. Ein Firmensprecher sagte, dass das Untenehmen bei dem Treffen mit Weichert nicht signalisiert habe, dass es an einer Sonderregelung bei der UÌ?bermittlung von Nutzerdaten aus Schleswig-Holstein arbeiten würde.
Außerdem weicht ein Gutachten, das der Bundestag in Auftrag gegeben hatte, von Weicherts Einschätzung ab. Laut Gutachten, das am Freitag öffentlich wurde, würden die untersuchten Sachverhalte nicht eindeutig gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen.
Weichert verharrt jedoch weiter auf seiner Position, dass die Nutzer von Facebook in ihrer Privatsphäre beschnitten werden. Im Streit mit Facebook geht es ihm insbesondere darum, dass es unklar ist, was Facebook mit den Daten der Nutzer macht, die auf den “Gefällt mir” Button auf Fanseiten angeklickt haben.
Wer sich also in seiner Privatsphäre von Facebook beschnitten fühlt, sollte schleunigst seine Umzug Checkliste durchgehen, Hab und Gut zusammenpacken und umgehend nach Schleswig-Holstein ziehen. Aber wird sich Facebook wirklich für Schleswig-Holstein nun eine weltweit einmalige SonderloÌ?sung einfallen lassen?
