Julian Assange, Quelle: LeStudio1.com

Julian Assange, Quelle: LeStudio1.com

WikiLeaks veröffentlicht alle US-Depeschen.

WikiLeaks ist seit 2010 im Besitz von 250.000 US-Depeschen.Diese wurden mit einem Passwort verschlüsselt, um sie nur Befugten zugänglich zu machen.Es handelt sich um empfindliche Daten, da sie unter anderem Namen von Informanten aus dem Weißen Haus beinhalten.

Dieses Passwort hat ein britischer Journalist des „Guardian“, David Leigh, seinem Buch „WikiLeaks Inside – Julian Assanges War on Secrecy“ veröffentlicht. Daraufhin stieg die Zahl derer, die nun Einsicht zu den empfindlichen Informationen haben. Am Donnerstag teilte WikiLeaks mit, dass „eine kritische Masse“ an Personen nun Einsicht habe. Damit wuchs die Gefahr für die Informanten.

Nach dieser Panne veröffentlichte WikiLeaks die unredigierten Daten nun vollständig. Damit verstößt WikiLeaks gegen eine Abmachung mit diversen Medienpartnern, darunter auch Der Spiegel, die besagte, dass diese erst publiziert werden dürfen, wenn die Zeitschriften die Quellen anonymisiert haben.

Mit der Veröffentlichung aller Daten will WikiLeaks aufzeigen, wer wirklich schuld ist. Laut Assange sei das das David Leigh. Das Leck in der Leaking-Plattform resultiert aus Sicht von Wikileaks und seinen Mitstreitern aus einem eklatanten Vertrauensbruch, nicht aus einem Fehlverhalten von Wikileaks. Leigh hatte die sensiblen Daten von Assange erhalten, als die Enthüllungsplattform und der Guardian noch in einer Medienpartnerschaft verbunden waren. Nach mehreren kritischen Artikeln über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange im Guardian beendete dieser die Kooperation jedoch.

Der Streit zwischen Assange und Leigh wird auf den Schultern der nun Informanten ausgetragen. Einige sagen, sie seien nun in großer Gefahr, andere hingegen, dass sie sicherer sein, da sie nun namentlich bekannt sind und ein Fehlen sofort auffallen und in direkten Zusammenhang zu den veröffentlichten US-Depeschen gebracht werden würde.