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29.01.2009 12:04:01

  1. Hier finden Sie unter "17. Januar" die "Nachschrift für Uwe Nettelbeck".




1. Januar 2009

"Ich gedennke, nunmehr wieder 1 Mensch zu sein; und mein eigenes Leebm zu leebm."
Arno Schmidt, KAFF auch Mare Crisium


Ein gutes Neues Jahr!

Möge es viele schöne Tage für Sie enthalten, mit so viel Sonne wie möglich, und so viel Wolken und Regen wie nötig, um erbauliche Sonnenuntergänge und aufregende Regenbogen zu bescheren.
 
"Achtung: tazblog!"

... macht erst mal Pause - so wie die oben zitierte "Tanndte Heete" im Buch von Arno Schmidt will ich eine Weile 1 Mensch sein, der die Zeitung liest, ohne sich bereits kritische Anmerkungen im Kopf zu machen oder an den Rand zu kritzeln. Ich will mich einfach nur folgenlos ärgern, über den Mist, der da oft verzapft wird.
Wie jede Arbeit, die ernsthaft betrieben wird, verändert auch das Schreiben den Menschen, und der Gegenstand, mit dem man sich dabei befasst, nimmt von einem, was er braucht. Ich habe das Gefühl, die taz hat sich in den letzten Wochen und Monaten zu viel herausgenommen. Und ich mag die Veränderungen nicht besonders, die dabei mit mir geschehen sind, am wenigsten die Boshaftigkeit, mit der ich auf Fehler und Schwächen bei den Autoren und Redakteuren lauere, von der Besserwisserei ganz abgesehen - mit der kann ich wenigstens noch humorvoll umgehen, was mir bei vorgeblich objektiver Berichterstattung in einer vorgeblich oppositionellen Zeitung schwer fällt. (Beispiele zuhauf finden Sie auf den "inland"-Seiten.)
Was mich am meisten irritiert hat in letzter Zeit: Ich hab das Lachen verlernt, das mir sonst über menschliche Schwächen - die eigenen und die anderer Leute - hinweghilft. Das hängt aber auch mit der Erkenntnis zusammen, dass die taz - was ich anfangs mit dem Zitat von Heinrich Geißler ganz da oben auf der Seite eher ironisiert habe - wirklich und wahrhaftig zum Meinungskartell dazugehört: Eine zutiefst verstörende und deprimierende Erkenntnis.
Wenn es die taz nicht gäbe, würde ich als Politiker, der staatstreu handelt und die gegenwärtige Form der Herrschaft durch den Parlamentskapitalismus bejaht, dafür sorgen, dass es ein Blättchen wie die taz gibt. Wie könnte ich radikalen Ideen besser die Wirkung nehmen als mit einer Publikation, die oberflächlich gesehen "alternativ" erscheint, bei näherem Hinsehen aber weitgehend die herrschenden Verhältnisse untermauert? Ich würde sie, wie die Stiftung Wissenschaft und Politik, aus dem Etat des Bundeskanzleramts finanzieren und ansonsten nicht weiter auf die Inhalte einwirken - dass die der herrschenden Meinung nicht zu nahe treten, ergibt sich von alleine. Selbstverständlich würde ich dafür sorgen, dass die Finanzierung nicht öffentlich bekannt wird. Nach außen hin würde ich eine Genossenschaft als Aushängeschild benützen - das macht sich gut, bei der Klientel, die ich erreichen möchte. Und ansonsten würde ich die Dinge ihren kapitalistischen Gang gehen lassen. Wenn das Zeitungsprojekt eine Chance zum Überleben auf dem Meinungsmarkt haben will, wird es sich von alleine anpassen und allzu radikale Haltungen nach und nach ausschließen.
Die Auslandsberichterstattung würde sich bald weitgehend mit der vom Auswärtigen Amt vertretenen Politik decken, die weitgehend nach Absprache mit dem Bundesverband der Industrie formuliert wird.
Im täglichen Nachrichtengeschäft und bei der Aufgabe, die herrschende Politikübereinkunft unter die Leute zu bringen, würde sich diese Zeitung wenig von der gängigen Sichtweise abheben. Das liegt in der Natur des Menschen - und der Journalist macht da keine Ausnahme. Ständige Abweichung von der Norm ertragen nur wirklich gefestigte Personen, die ihre Stärke nicht aus dem beziehen, was an veröffentlichter Meinung zu haben ist. Im Journalistenstand sind diese Personen so selten wie ein Sechser im Lotto. Der Rest verliert seine kritische Haltung oder Überzeugung - falls er so etwas je hatte - ganz schnell im Hamsterrad des Alltags.
Gefestigte Personen, die den Mut zum Abweichen haben, müssten ihre Stärke aus einer anderen Quelle beziehen - das kann eine als richtig erkannte Aufgabe sein, das kann eine religiöse Überzeugung sein, das kann aber auch der lange Weg nach innen sein, ein Leben, das der Askese und der Meditation gewidmet ist. Auf jeden Fall müssten sie den Blickwinkel verändern, denn aus dem Zentrum des (politischen) Tagesgeschäfts heraus sind keine grundsätzlich neuen Ideen zu erwarten, es wird immer nur darum  gehen, den bestehenden Zustand besser oder schlechter zu verwalten. Das gilt für Politiker genauso wie für Journalisten.

Ich melde mich wieder, vielleicht auch zwischendurch mal (schon weil demnäxt das neue Buch lieferbar sein wird, die Novelle "Delfina Paradise. Eine Liebe in München"). Aber grundsätzlich macht "Achtung: tazblog!" von heute an Betriebsurlaub, Winterferien, voraussichtlich bis 20. Januar - Obama im Weißen Haus will ich nicht verpassen.
Wenn schon vorher ein Mittel gegen Krieg, Habgier und Naturzerstörung gefunden wird, werden Sie es hier erfahren.
Bis dahin versuche ich, 1 Mensch zu sein.

zur taz vom 30. 12.

Gruselspießer

Dienstag hab ich mich - wie immer - über das dämliche "Tagebuch der Carla B." auf der Wahrheitseite geärgert. Und dann gab's auch noch den Text der Gruselspießerin auf tazzwei, die nicht nur das Elend der "suburbanen" Lebensweise beschreibt - ihre Kolumnen s i n d das Elend. Früher hieß das mal BKF - bürgerliche Kleinfamilie.

Vielleicht hat die taz ja doch noch einen Sinn

Aber schon zwei Seiten vorher, auf "meinung und diskussion" (S. 12) erlebe ich das seltene Gefühl, dass mir ein Kommentator zutiefst aus dem Herzen spricht, und da habe ich mit Kugelschreiber an den Rand gekritzelt: "Vielleicht hat die taz ja doch noch einen Sinn". Gideon Lévy schreibt in einem Beitrag, der in der israelischen Zeitung Ha´aretz erschienen ist: "Die Denkschule, die davon ausgeht, dass wir durch diesen Krieg neue Alliierte im Gaza-Streifen gewinnen, dass wir dies in ihr Bewusstsein brennen, indem wir die Bevölkerung und ihre Söhne töten, und dass eine Militäroperation genügt, um ein unbeugsames Regime zu beseitigen und es durch eines zu ersetzen, dass uns freundlicher gesinnt ist - das ist nicht mehr als Irrsinn."
Und der geht weiter, während die pro-israelische Propagandamaschine, die genau diesen Irrsinn verbreitet, auf Hochtouren läuft.

2. Januar 2009

Neujahrskater: 1 Woche und 1 Jahr

Keine Angst, ich werd nicht gleich am Tag nach dem guten Vorsatz rückfällig, aber verwundert die Augen gerieben hab ich mir doch bei der taz von heute: Die kleine  Vorschau aufs tazmag stammt von letzter Woche und kündigt die Beiträge an, die schon am vergangenen Samstag zu lesen waren. Ein ganzes Jahr daneben liegt die taz-Kultur: Da erfährt der Leser, dass Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann" in der FAZ vorabgedruckt wird und im März als Buch erscheint. Und ewig grüßt das Murmeltier.
Muss eine harte Silvesternacht gewesen sein in Berlin.

3. Januar 2009

Unser Mann in Havanna

Regelmäßige tazblog-Leser wissen ja, wie wenig ich von Knut Henkel, dem Mann in Havanna halte. Heute gibt's ein Interview von ihm mit: "Alfredo Durán, 59, war 1961 bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht dabei." Na, kein Wunder, dass die Invasion daneben ging, wenn da Zwölfjährige eingesetzt wurden.

WWM* (von web.de)

Römische Sitten in Britannia

Frau Winehouse hält es wie die Römer und bringt sich gerne mal nach dem Essen zum Erbrechen. Nur womit? Das und mehr in unserem Wochenquiz.


* Wirklich Wichtige Meldung

4. 1. 2008

Geisteskranke Journalisten: Vier-Schanzen-Tournee

"Die Austria-Adler (gemeint sind die Skispringer; hp) wurden nach dem Doppel-Triumph per Hubschrauber zum Finalort Bischofshofen geflogen, um auf der Jagd nach dem ersten Tourneesieg seit Andreas Widhölzl vor neun Jahren keine unnötige Energie zu verschwenden."
tagesschau.de, Sport, 4. 1. 2006

Besser kann man die Geisteskrankheit unserer Zeit nicht beschreiben: "Um keine unnötige Energie zu verschwenden" fliegt man mit dem Hubschrauber.

5. Januar 2009

Asylanträge für die deutsche Sprache: Wollen wir sie reinlassen?

Was mir auf den Wecker geht: Die Floskeln "nicht wirklich" und "Thorsten wer?". In beiden Fällen wird die Herkunft erst auf den zweiten Blick deutlich: Das sind eingedeutschte Amerikanismen. Im Deutschen müsste es heißen "eigentlich nicht" oder "Was für ein Thorsten?", "Welcher Thorsten?".
Asylantrag genehmigt: Das ist  einfach nur schlechtes Deutsch und fällt auf den Trottel zurück, der es gebraucht.

- cluster: Wird von Journalisten gebraucht, die mit Wörtern wie Büschel, Bündel, Haufen, Menge, Traube, Gruppe nichts anfangen können, vermutlich, weil sie nicht zu ihrem Wortschatz gehören.
Asylantrag abgelehnt.

- ge
bootlegt: zwei Mal in zwei Zeilen gebraucht von Detlef Kuhlbrodt in der taz vom 5. 1. 2009, anlässlich der Besprechung einer Live-Platte von David Bowie aus dem Jahr 1972.
Asylantrag abgelehnt.

Kosmisches

Manchmal hab ich den Eindruck, der Kosmos verarscht mich und kichert, wenn er mir zuschaut, wie ich mich abstrample.
Aaaaaooooommmm.


6. Januar 2009

WWM* (von web.de)

Dauerhaftes Liebesglück

Die Schmetterlinge im Bauch bleiben nicht ewig. Für viele Paare geht dann die Arbeit los - und die Partnerschaft oft in die Brüche. Beugen Sie vor.

* Wirklich Wichtige Meldung

8. Januar 2008

Gastkommentar zum Stopp der Erdgaslieferungen aus Russland

von Christian Friedrich Hebbel (1813 - 1863)

Winterlandschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.
Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf's öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.

12. Januar 2009

Israel: Barbarische Selbstverteidigung

Der Amoklauf der israelischen Regierung in Gaza geht jetzt in der dritten Woche weiter.  Auf der Website des arabischen Fernsehsenders Al Dschasira lese ich heute:

The Palestinian death toll in the Gaza Strip has risen to 854 and more than 3,650 injured as the Israeli offensive entered its third week.
The air and ground attacks continued on Sunday with Israeli aircraft bombarding different targets in the strip and ground forces advancing further into the outskirts of Gaza City.

854 tote Palästinenser, 3.650 Verletzte. Vor ein paar Tagen wurde von libanesischem Gebiet eine Rakete auf israelisches Gebiet abgeschossen. Sie richtete keinen Schaden an, verletzt wurde niemand. Schlagzeile der taz auf Seite 1: "Israel unter Beschuss".

In der Wochenendausgabe der tageszeitung (10./11. Januar 2009) lese ich: "Antisemitische Sprüche, getarnt als Israelkritik, hätten schon während der zweiten Intifada und des Libanonkrieges zugenommen." Das sagt Juliane Wetzel vom "Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung". Sie "hat Verständnis für Juden und Israelis die sich hier nicht mehr sicher fühlen. Sie ist froh, dass die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klar Stellung bezogen hat, als sie die Hamas für die Eskalation im Nahen Osten verantwortlich machte. Die Politik müsse klare Standards der Auseinandersetzung setzen."
Das tun die israelischen Kriegsverbrecher ohne Zweifel: Sie setzen klare Standards der Auseinandersetzung.
Anja Maier, die taz-Fachfrau für Spießerdenke, meint, es ginge immer noch um "ein Recht es jüdischen Staates auf Selbstverteidigung". Sie sieht Gespenster schon im Titel ihres Beitrags: "Rückkehr eines Gespenstes". Es heißt "Antisemitismus", und die Beispiele, die sie dafür aufzählt, sind wahrhaft erschreckend: "In der Türkei musste eine isrsaelische Basketballmannschaft in die Kabinen flüchten, weil in der Halle antisemitische Parolen skandiert wurden."
Das ist offenbar der wahre Skandal, nicht die über 850 toten Palästinenser. Es ist aber auch unfassbar - Antisemitismus überall!

Nun könnte man so ein oberflächliches Boulevardstück, geschrieben von einer unbedarften Lohnschreiberin, als den üblichen Mainstream-Blödsinn abtun. Die Gehirnverrenkungen der Springer-Journalisten sind da noch von ganz anderem Kaliber. Die faseln jetzt, nach zwei Wochen Angriffskrieg der Israelis, von der Bedrohung durch iranische Atombomben und rechtfertigen damit die Kriegsverbrechen der Gegenwart. Aber ich finde, dass für die taz ein anderer Maßstab gelten sollte: Es geht immer in erster Linie um Humanität. Die Berichterstattung muss daran gemessen werden, ob mit politischen Handlungen die menschliche Zivilisation gefördert wird. Wer jetzt immer noch glaubt, Israelkritikern mit der Keule "Antisemitismus" drohen zu müssen, plädiert für die Rechtlosigkeit. Und wer die barbarischen Luftangriffe und Panzereinsätze der israelische Regierung  immer noch kritik-, bedingungs- und erbarmungslos unterstützt, macht  sich mitschuldig und wird zum Schreibtischtäter.

Inzwischen steht die israelische Regierung außerhalb der internationalen Staatengemeinschaft. Sie verstößt permanent gegen Völker- und Menschenrecht, betreibt Terrorismus von Staats wegen, ermordet Männer, Frauen und Kinder, pfeift - wie seit Jahrzehnten schon - auf Resolutionen des Weltsicherheitsrates (sie beruft sich nur auf die UN, wenn sie die Staatsgründung als rechtmäßig hinstellt). Wer diese offensive Mordbrennerei immer noch als "Recht auf Selbstverteidigung" hinstellt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Und komme mir bitte keiner mehr mit dem Argument, Israel sei der einzige demokratische Staat in der Region. Wenn Demokratie im westlichen Sinne dazu führt, dass Kriegstreiber wie Ehud Barak und Zipi Livni an die Macht kommen, dann steht es schlecht um demokratische Werte - dann wird wieder deutlich, dass es sich dabei sowieso um reine Lippenbekenntnisse handelt (siehe den Abbau der Menschenrechte unter George W. Bush und die kriegerische US-Außenpolitik von Kissinger bis Rice).
Interessant die Argumentation des israelischen Oberstleutnants i. R., den taz-Korrespondentin Susanne Knaul immer wieder als Koryphäe für das Wohl Israels vors Interview-Mikrofon holt: Die Bodenoffensive sei gerechtfertigt, damit in Gaza endlich eine "rationale" Führung eingesetzt wird.
Nur um es für die Nachwelt festzuhalten: Die jetzige palästinensische Hamas-Führung wurde in freien und geheimen Wahlen nach bestem westlichen Muster demokratisch gewählt. Und der Beschuss israelischen Territoriums mit Kassam-Raketen (tausende haben nicht den geringsten Schaden angerichtet, seit Beginn des Krieges wurden vier Menschen in Israel getötet), dieser Beschuss war die Folge, nicht der Auslöser der Absperrmaßnahmen, der Land- und Seeblockade, mit denen Israel (und Ägypten, Hand in Hand mit den USA) die rechtmäßige Regierung der Palästinenser in die Knie zwingen wollte. Diese Raketen waren und sind Ausdruck der Verzweiflung, der Notwehr gegen eine unmenschliche Politik: "Der Menschenrechtsbeauftragte des Vatikans hat den Gaza-Streifen mit einem Konzentrationslager verglichen. 'Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gaza-Streifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager', sagte Kurienkardinal Renato Martino wörtlich in einem Interview mit der Online-Zeitung Il Sussidiario. (...) Beide Seiten hätten sich Vorwürfe zu machen, 'aber was soll man sagen angesichts all der ermordeten Kinder und zerbombter Schulen, obwohl man im Besitz einer Technik ist, die in der Lage wäre, eine Ameise auf dem Boden zu identifizieren', sagte Martino." (sueddeutsche.de am 8. Januar 2009)


15. Januar 2009

Das Meinungskartell in den Zeiten des Gaza-Krieges (1)

Hätten Sie's gewusst? Nö, woher auch? Schon am 7. Januar, also gestern vor einer Woche, hat Hugo Chávez den israelischen Botschafter des Landes verwiesen. Keine der mir zugänglichen Informationsquellen aus dem Meinungskartell hat darüber berichtet.
Das hier habe ich bei Al Dschasira entdeckt und für Sie, geneigte/r Leser/in, übersetzt:

"Venezuela hat beschlossen, angesichts der unmenschlichen Unterdrückung des palästinensischen Volkes die diplomatischen Beziehungen zum Staat Israel abzubrechen", sagte der Außenminister am Mittwoch. Hugo Chávez, der Präsident von Venezuela, hat den Botschafter und die Mitarbeiter der Botschaft auf Grund der Angriffe ausgewiesen und nannte das israelische Vorgehen einen "Holocaust".
Evo Morales, der bolivianische Präsident und enge Verbündete von Chávez, sagte, er würde ein Verfahren einleiten, um die verantwortlichen Politiker Israels, darunter Ehud Olmert, den israelischen Ministerpräsidenten, wegen Völkermords vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen.
Der bolivianische Präsident hat auch die Vereinten  Nation und ihren "Unsicherheitsrat" auf Grund der "lauwarmen" Reaktion auf die Krise kritisiert. Er forderte die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung um die Invasion zu verurteilen. -

Eines ist sicher: Weder Chávez noch Morales werden den geringsten Eindruck auf die israelische Staatsführung machen. Aber die beiden Präsidenten tun zumindest, was sie in der gegenwärtigen Situation tun können. Man wird es ihnen in den arabischen Staaten nicht vergessen. Meine Empfehlung: Wenn Sie wissen wollen, was tatsächlich passiert im Gaza-Krieg, und wenn sie die tägliche Gehirnwäsche des Vereinigten Deutschen Meinungskartells satt haben (von den Zynikern beim Spiegel, den blödstudierten Ahnungslosen bei der Zeit, den braven Angepassten von der ARD und den schwanzwedelnden Masochisten der taz), dann schauen Sie sich mal an, wie Journalismus sein könnte. Zum Beispiel hier bei Al Jazeera English, oder hier bei der BBC.
Die internationale Berichterstattung auf diesen Webseiten gibt einem eine gewisse Vorstellung davon, wozu das Internet mal erfunden wurde: So geht Presse online.

17. Januar 2009

Das Meinungskartell
in den Zeiten des Gaza-Krieges (2)

Das hat Uri Avneri am 10. 1. 2009 geschrieben:

"Fast alle westlichen Medien wiederholten anfangs die offizielle israelische Propagandalinie. Sie ignorierten fast völlig die palästinensische Seite der Geschichte, ebenso wie die täglichen Demonstrationen des israelischen Friedenslagers. Die Gründe der israelischen Regierung ('Der Staat muss seine Bürger gegen die Qassam-Raketen schützen') wurde wie die reine Wahrheit akzeptiert. Der Blickwinkel von der anderen Seite, dass die Qassams nämlich nur eine Antwort auf die Belagerung seien, die anderthalb Millionen Menschen im Gazastreifen an die Grenze des Verhungerns bringt, wurde überhaupt nicht erwähnt."
Den ganzen Text finden Sie 
hier!

Bye, bye, Brother!


Heute vor zwei Jahren ist Uwe Nettelbeck gestorben. Ich hab es erst mit Verspätung erfahren, und dann das getan, was mir zu diesem Zeitpunkt als Trauerarbeit naheliegend vorkam: Aufgeschrieben, was mir der Mann bedeutet hat. Damals gab es den tazblog noch nicht, und so hat es der Schmoll-Kumpel in seine Website eingestellt (die demnächst im anderen Wortsinn eingestellt wird, aber bis dahin gilt noch der Link).

Hier also, aus dem letzten Winter, die

Nachschrift für Uwe Nettelbeck

Uwe Nettelbeck ist tot, gestorben am 17. Januar 2007. Er wurde 67 Jahre alt. Erst zehn Monate später ist die Information zu mir durchgedrungen, daß eines meiner großen Vorbilder nicht mehr lebt. Darauf hat mich Arno Schmidt gebracht, der ja auch schon eine Weile unter der Erde ruht (seit 1979).

Es fing an mit einer Bemerkung über deutsche Schriftsteller, die Arno Schmidt in dem Kurzroman "Schwarze Spiegel" (knappe hundert Seiten aus dem Jahr 1951) unterbringt. Da ruft sich der letzte Mensch im weiten Gebiet zwischen Hamburg, Bremen und Hannover, einziger Überlebender des Atomkriegs in Mitteleuropa, noch einmal ins Gedächtnis, was denn so bemerkenswert war an der Kultur des zerstörten Kontinents. Und er zählt ein paar Bücher auf, darunter "Anton Reiser" von Karl Philipp Moritz. Das Buch ist mir auch von anderen geschätzten Autoren immer wieder empfohlen worden, allein, ich habe es nie gelesen. Jetzt, dachte ich mir, jetzt ist die Zeit gekommen für "Anton Reiser".

Auf der Suche nach einer wohlfeilen Ausgabe stieß ich im Internet auf den Namen Uwe Nettelbeck. Der hatte tatsächlich vor einigen Jahren den "Anton Reiser" neu herausgegeben! Allerdings ist das Buch vergriffen, und ich habe mir die dtv-Ausgabe besorgt. Aber neugierig geworden — heh, was macht eigentlich der Nettelbeck? —, klickte ich seinen Namen bei Wikipedia an, und da mußte ich erfahren, daß er nicht mehr lebt. Dunkel erinnerte ich mich jetzt an eine kleine Meldung Unterm Strich auf den taz-Kulturseiten. Wie konnte ich das vergessen? Vielleicht, weil ich gedacht hatte, der Meldung müßte irgendwann ein längerer Nachruf folgen, der dann aber nicht kam. Und so ging die Nachricht vom Tod des Uwe Nettelbeck wohl im Umzugstrubel unter, dem ich in jenen Tagen ausgesetzt war. Der Möbeltransport fand am 19. Januar 2007 statt, als der Orkan Kyrill die bayrischen Wälder umlegte. Mich blies er in ein neues Domizil im vierten Stock, mit Blick auf Baumwipfel und Wolkenhimmel, irgendwo angesiedelt zwischen dem Grünen Heinrich und Spitzwegs Armem Poeten.

Uwe Nettelbeck ist tot. Die Nachrufe, die man im Internet finden kann, fassen die ganze Abneigung der Angepaßten gegen Nettelbeck zusammen: Wenn einer so eigensinnig seinen Weg geht wie Nettelbeck, muß er sich nicht wundern, wenn ihm das Publikum wegbleibt, hieß es da sinngemäß. Er hätte sich halt anpassen müssen, wie die Nachrufschreiber. Und etwas Neid klang auch mit. Durchwegs wurde erwähnt, daß Nettelbeck irgendwann ein kleines Vermögen geerbt hatte und finanziell unabhängig war.

Sie haben nichts verstanden, die Angepaßten dieser Welt. Wie sollte sich jemand, der so sehr auf seiner eigenen Sicht der Dinge bestand, an diesen Betrieb anpassen können? Als ob einer freiwillig zum Außenseiter wird!

Uwe Nettelbeck traf mich mit seiner Art zu schreiben im prägsamen Alter von 18 Jahren. Damals habe ich die Schülerzeitung herausgegeben, und meine selbstgewählten Pflichtlektüren waren Der Spiegel, Der Stern und Die Zeit. Rudolf Augstein, Henri Nannen, Uwe Nettelbeck. An den ersteren beiden ging kein Weg vorbei damals, das war halt der Standard im deutschen Journalismus, das Establishment, wenn auch kritisch, «links». Nettelbeck hingegen vertrat das Neue, das Junge, die Zukunft, den Pop, und er schulte meine rebellische Ader. Er war frech, jung, unverschämt, er verkörperte die «neue Zeit» im Sinne von Bob Dylans «The Times They Are A-Changin’». Nettelbeck schrieb über die Dinge, die wichtig waren: Filme und Rockmusik. Den rebellischen Filmbildern der Nouvelle Vague und den faszinierenden Tönen der E-Gitarren war er liebevoll zugetan, den bestehenden Verhältnissen gegenüber äußerst kritisch eingestellt. Er schrieb über die Zutaten, die Jahre später untrennbarer Bestandteil der Revolte von 1967 und den folgenden Jahren waren. Keiner hat mir Mitte der sechziger Jahre mehr Hoffnung vermittelt, daß es auch für mich einen Platz im weiten Feld des Journalismus geben könnte, wo ich mich auf meine Art ausdrücken und meine Nische finden werde. Das ging dann auch ganz gut für eine Weile.

Aber das Politische ist halt immer auch privat, und ich verlor mit vielen anderen, die an die Aufklärung glaubten und für den Souverän im demokratischen System schrieben, den Boden unter den Füßen. Mir ging es nicht darum, den elitären Diskurs in den Feuilletons zu führen, der sich immer mehr von den Menschen entfernte, für die ich schreiben wollte, «den fast Verständnislosen, jedoch Verständniswilligen», wie Erich Kästner es so schön ausdrückte.

Im Lauf der Jahre wurde ich damit konfrontiert, daß der Kapitalismus weitaus flexibler auf die Herausforderungen der Rebellion reagierte, als wir Bob-Dylan-Besoffenen einstmals gehofft hatten. Die Vertreter der «alten Zeit» hatten Anfang der neunziger Jahre den Klassenkampf von oben in die Wege geleitet und beschlossen, die «soziale Marktwirtschaft» durch den ausbeuterischen Kapitalismus des frühen 19. Jahrhunderts zu ersetzen und zur Leitschnur der Gegenwart zu machen. Das fing vor 25 Jahren mit FDP-Graf Lambsdorff und seinem «Papier» an, wurde von Helmut Kohl auf die Schienen gesetzt, dann von Gerhard Schröder als Agenda 2010 unter die Leute gebracht und sicher in den Bahnhof Hartz IV eingefahren, der nach einem kriminellen VW-Manager benannt wurde. Es fand eine Indianerisierung statt: So wie die nordamerikanischen Ureinwohner in Reservate gesperrt und mit Lebensmitteln versorgt wurden, gibt man den Verlierern des Turbokapitalismus staatliche Almosen, die kaum zum Leben reichen. Die frühkapitalistische Ausbeutung heißt jetzt Neoliberalismus (dazu gab es laut Schröder «keine Alternative»), oder «Neue Soziale Marktwirtschaft», also keine, aber die Grundidee war dieselbe: Die Reichen sollen reicher werden. Und der Spiegel unter der Regie von Stefan Aust hat ihnen feste dabei geholfen, der ehemals linksliberale Stern entdeckte sein Herz für Angela Merkel, und die Wirtschaftsressorts von Zeit bis SZ kannten ja sowieso nur eine volkswirtschaftliche Richtung: Gut ist, was den Kapitalbesitzern nützt. Die herrschende Presse ist die Presse der Herrschenden.

Jedenfalls habe ich damals, in den sechziger Jahren alles gelesen, was Uwe Nettelbeck in der Zeit geschrieben hat, und da schimmerte eine Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit durch, die sich deutlich vom Alltagsjournalismus abhob. Nettelbeck hatte erkannt, daß es bei kontroversen Themen, wenn man sich für die eine oder andere Seite entscheiden mußte, immer nur eine sichere Position gab: die eigene. Und die war, für ihn ganz selbstverständlich, nie die der Ausbeuter. Er war der Lichtblick, mein Sprachrohr, meine Hoffnung — eigensinnig, aufmüpfig, undogmatisch. Und so was von cool, auch wenn der Begriff damals noch nicht in Gebrauch war.

Nettelbeck, fünf Jahre älter als ich, hat viel früher die falschen Töne gehört im Kulturbereich — beim Medienzirkus, der um das Musical Hair aufgeführt wurde, bei hochgelobten Filmerfolgen jener Zeit. Manchmal konnte ich ihm nicht folgen, weil er gnadenlos Filme niedermachte, die ich gut fand. Meistens hat er richtig gelegen, aus meiner späteren Sicht der Dinge. Er war so eine Art großer Bruder für mich, damals. Als er zum Sergeant Pepper’s-Album der Beatles, diesem hochkomplexen Geniestreich avantgardistischer Popmusik, nur lapidar anmerkte, daß der einfacher gestrickte Song I Wanna Hold Your Hand fünf Jahre früher mindestens genauso gut war, zweifelte ich an seinem Musikverstand. Heute muß ich zugeben, daß er auch damit Recht hatte.

Die Art, wie er sich dann im Streit mit dem Zeit-Chef Theo Sommer verhielt, brachte ihm bei den kritischen Studenten noch zusätzliche Sympathien ein. Er verließ die Zeit und wurde zur Ikone von Konkret. Seine Kolumne stand monatlich auf Seite 3, mit einem Photo, daß in meiner Sicht der Dinge gleichberechtigt neben dem berühmten Baskenmützenfoto von Che Guevara stand: Lange Haare, Bart auf den eingefallenen Wangen, dunkel getönte Nickelbrille. So wollte ich aussehen, und jahrelang war das dann auch Ideal- und Realbild von mir selbst. Genauso mußte es sein: Coole Erscheinung, und schreiben, was man wollte und für richtig hielt — das war meine Auffassung von Meinungsfreiheit und freiheitlich-demokratischem Journalismus. Seufz.

Nettelbecks erste Konkret-Kolumne fing, sinngemäß, so an: «Nachdem Theo Sommer darauf bestanden hat, daß alles, was ich für ‹Die Zeit› schreibe, zuerst ihm zur Zensur vorgelegt wird, habe ich beschlossen, nicht mehr für die Zeit zu schreiben. In Zukunft kann Sommer in Konkret lesen, was ich unter Meinungsfreiheit verstehe.» Das war obercool. Wobei noch anzumerken wäre: Er hatte jetzt die Position des einflußreichsten Kolumnisten in der unbestritten wichtigsten Zeitschrift für die «neue Linke» jener Tage.

Ob er bei Konkret dann gefeuert wurde oder selbst seinen Abschied genommen hat, weiß ich nicht zu sagen. Jedenfalls hat er sich der Rockmusik, die damals die stärkste Kraft für Veränderungen von unten war, ganz praktisch zugewandt. Er wurde zeitweilig Manager und eine Art geistiger Anführer der Gruppe Faust, die in den Jahren zwischen 1970 und 1975 einige Bedeutung erlangte. Davon bekam ich allerdings so gut wie gar nichts mit, weil ich da bereits emigriert war. Erst nach Spanien, danach in die USA. Da hat dann wohl Hunter S. Thompson mein bisheriges Vorbild verdrängt und für mich die Rolle von Uwe Nettelbeck besetzt.

Als ich zurückkam, hatte Nettelbeck seine eigene Zeitschrift gegründet. Sie kam in unregelmäßigen Abständen als broschiertes Taschenbuch heraus, und Nettelbeck hatte sich ganz offensichtlich Karl Kraus und Die Fackel zum Vorbild genommen: Die Republik war ebenfalls das Unternehmen eines einzigen, eigensinnigen Mannes. Da gab es lange, sperrige Texte, da wurden vergessene Autoren wie Franz Jung wiederbelebt, und da konnte Nettelbeck endlich wirken und schreiben, wie er wollte. Die Republik wurde vom 2001-Versand vertrieben — Lutz Reinecke sei gepriesen dafür. Auch "Der Dolomitenkrieg", Nettelbecks Textcollage über den Wahnsinn des Krieges im allgemeinen und den Ersten Weltkrieg im besonderen, kam bei 2001 heraus. Angeblich wurden 80.000 Exemplare davon unters Volk gebracht. Nachdem ich für den Bayrischen Rundfunk eine Rezension der Republik geschrieben hatte (dem freisinnigen BR-Redakteur Konrad Franke meinen Dank im Nachhinein), konnte ich jahrelang im 2001-«Merkheft» ein paar Zeilen von mir als Werbung für Nettelbecks Zeitschrift lesen. So was verbindet.

Irgendwann habe ich Uwe Nettelbeck als öffentliche Person aus den Augen verloren, aber Die Republik erschien wohl weiter, bis zu seinem Tod. Ich habe ihn nie getroffen, mich nie bedankt bei ihm, dafür, daß er mich immer wieder bestärkt hat im Leben. Jetzt ist es zu spät, aber vielleicht sollte ich doch noch anfügen: Ich habe ihn geliebt, den Uwe Nettelbeck. Und zeitweise beneidet, als ihn Petra Krause 1964 zum Ehemann erwählt hat. Ich fand sie wunderschön damals, die schönste Frau, die je im Fernsehen die Nachrichten verlesen hat.

Daß Nettelbeck schließlich immer weiter zurück ging in der Geschichte auf der Suche nach Schriftstellern, die der Freiheit des Einzelnen das Wort redeten und mit denen er sich verbunden fühlte, ist wohl kein Zufall — eher unausweichlich, wenn man älter wird und vom Literaturbetrieb der Gegenwart die Nase voll hat. Ich tastete mich ebenfalls, ohne von Nettelbecks Suche zu wissen, tiefer in die Vergangenheit, über Hermann Hesse, Gottfried Keller und Wilhelm Raabe zurück zu Jean Paul, Nettelbeck fand zu Christoph Martin Wieland und Karl Philipp Moritz.

Jetzt lese ich den "Anton Reiser". Der Respekt vor dem großen Meister Karl Philipp Moritz verbindet sich dabei mit der Brüderlichkeit, die ich über die Jahre für Uwe Nettelbeck empfand. Es ist etwas Merkwürdiges, diese Verbundenheit, einerseits über zwei Jahrhunderte hinweg, andererseits zu einem Menschen, der mein Zeitgenosse war, und mit dem ich nie gesprochen habe. Christoph Schrempf, der Theologe und Übersetzer von Kierkegaard, hat es 1944, kurz vor seinem Tod, so beschrieben: «Es werden, wenn die Kirchen, Logen, Bünde von gestern dem Ende nahe sind, die Reifen, Bereiten, Willigen, lose in Freundschaft verbunden, das Salz der Erde bilden, sie werden anonym da sein und wirken, und keine Macht und Organisation daraus machen. Sie haben es aufgegeben, sich nach rückwärts zu orientieren, und stellen darum auch nicht Schemata und Dogmen auf, die für später bindend sein wollen.»

Darum geht es.

Schönen Dank für deine Arbeit, Uwe Nettelbeck!

(geschrieben im November 2007)



20. Januar 2009

G ä n s e h a u t

Antrittsrede von Barack Obama am 20. Januar 2009 als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika


For as much as government can do and must do, it is ultimately the faith and determination of the American people upon which this nation relies. It is the kindness to take in a stranger when the levees break, the selflessness of workers who would rather cut their hours than see a friend lose their job which sees us through our darkest hours. It is the firefighter's courage to storm a stairway filled with smoke, but also a parent's willingness to nurture a child, that finally decides our fate. 




Our challenges may be new. The instruments with which we meet them may be new. But those values upon which our success depends - honesty and hard work, courage and fair play, tolerance and curiosity, loyalty and patriotism - these things are old. These things are true.




They have been the quiet force of progress throughout our history. What is demanded then is a return to these truths. What is required of us now is a new era of responsibility - a recognition, on the part of every American, that we have duties to ourselves, our nation, and the world, duties that we do not grudgingly accept but rather seize gladly, firm in the knowledge that there is nothing so satisfying to the spirit, so defining of our character, than giving our all to a difficult task.




This is the price and the promise of citizenship.




This is the source of our confidence - the knowledge that God calls on us to shape an uncertain destiny.




This is the meaning of our liberty and our creed - why men and women and children of every race and every faith can join in celebration across this magnificent mall, and why a man whose father less than 60 years ago might not have been served at a local restaurant can now stand before you to take a most sacred oath.




So let us mark this day with remembrance, of who we are and how far we have traveled. In the year of America's birth, in the coldest of months, a small band of patriots huddled by dying campfires on the shores of an icy river. The capital was abandoned. The enemy was advancing. The snow was stained with blood. At a moment when the outcome of our revolution was most in doubt, the father of our nation ordered these words be read to the people:




"Let it be told to the future world ... that in the depth of winter, when nothing but hope and virtue could survive ... that the city and the country, alarmed at one common danger, came forth to meet [it]."




America. In the face of our common dangers, in this winter of our hardship, let us remember these timeless words. With hope and virtue, let us brave once more the icy currents, and endure what storms may come. Let it be said by our children's children that when we were tested we refused to let this journey end, that we did not turn back nor did we falter; and with eyes fixed on the horizon and God's grace upon us, we carried forth that great gift of freedom and delivered it safely to future generations.



Nazim Hikmet hat heute Geburtstag

107 Jahre wäre er geworden, am 20. Januar 2009. Schade, dass er die Amtseinführung von Barack Obama nicht mehr erlebt hat. Die Zeilen aus dem Gedicht "Einladung", die auf der Startseite dieser Homepage zu lesen sind, möchte ich hier wiederholen:

Leben! Einzeln und frei wie ein Baum
und brüderlich wie ein Wald
das ist unsere Sehnsucht

Und auch den Link zur Online-Gazette, wo Sie lesen können, was ich zu Nazim Hikmets hundertsten Geburtstag geschrieben habe, finden Sie hier noch einmal. Dabei möchte ich anmerken, dass es die Taverne Merhaba zwar noch gibt, doch der Wirt hat vor ein paar Jahren gewechselt. Ramo hat jetzt ein nach ihm selbst benanntes Kellerlokal (Raucherclub) am Pariser Platz, und Sabo mit seiner Saz ist ganz verschwunden. Dafür spielt Gökhan freitags und samstags im Merhaba Gitarre und singt dazu. Schauen Sie mal rein, der Typ ist richtig gut.

Zur taz melde ich mich morgen wieder - der Betriebsurlaub wird um einen Tag verlängert. Nur so viel: Dienstags ist die Wahrheitseite un-er-träg-lich. Dieses Tagebuch der Carla Bruni gehört zum größten Scheiß, den sie in dieser Zeitung jemals gedruckt haben. Unterirdisch. Das bewegt sich noch weit unter dem Niveau der Beiträge von Anja Maier und ihrer Spießer-Kolumne (im Gegensatz zur Tagebuch-Schreiberin behauptet diese Frau nicht, Satire zu schreiben). Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen:
Dienstags ist die Wahrheitseite un-er-träg-lich.

21. Januar 2009

Weiber des Grauens

Tzipi Livni, Außenministerin des Staates Israel, verkündet am Montag, dem 19. Januar 2009, nachdem 1.400 Palästinenser umgebracht wurden - Frauen, mehrere hundert Kinder, Zivilisten - sie sei mit sich selbst "im Frieden", was den Kriegseinsatz in Gaza betrifft.

Die ganz normale Irre, betraut mit einem politischen Amt, die Mossad-Frau, ausgebildet beim Geheimdienst. Muss wohl blutrünstiger gewesen sein als alle konkurrierenden Männer, sonst wäre sie wohl nicht Außenministerin im Kriegsverbrecherkabinett von Ehud Olmert geworden.
Hoffentlich kommt sie in den nächsten Jahren vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Ich seh sie schon mit George W. Bush auf der Anklagebank.
Ich habe einen Traum.











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